Der Struve-Bogen

Er wurde in den Jahren 1816–1855 unter der Leitung von F. G. W. Struve vermessen. Es handelt sich um eine Triangulationskette mit einer Länge von 2820 km. Der Bogen verläuft nahe des 26. östlichen Längengrades, und zwar von Hammerfest am Nördlichen Eismeer bis zum ukrainischen Ismajil am Schwarzen Meer.

Der Gradmessungsbogen setzt sich aus 258 Hauptdreiecken zusammen, und darin befinden sich insgesamt 265 Haupt- und 60 Nebenvermessungspunkte. Der Bogen durchläuft heutzutage das Gebiet der folgenden zehn Staaten: Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien und Ukraine.

Welterbe

Die zehn Länder, durch die der Bogen verläuft, haben bei der Suche nach den Vermessungspunkten sowie bei den Überprüfungen und Markierungen zusammengearbeitet. Von den Punkten des Bogens sind insgesamt 34 ausgewählt und geschützt worden und vertreten nun das gesamte Vermessungsprojekt. Geschützte Vermessungspunkte gibt es in allen zehn Ländern, aber ihre Zahl in den einzelnen Ländern variiert je nachdem, wie groß ihre Zahl ursprünglich gewesen ist und wie gut sie erhalten sind. In jedem Land sind die repräsentativsten Punkte ausgewählt worden. Die Sternwarte von Tartu in Estland und die Kirche von Alatornio in Finnland sind die einzigen Gebäude, die als Vermessungspunkte verwendet worden sind.

Auch die beiden Endpunkte der Kette, Fuglenes an der Küste des Nördlichen Eismeers und Stara Nekrassiwka am Schwarzen Meer, sind mit dabei. In Finnland sind sechs Vermessungspunkte geschützt worden.

Die gewählten 34 Punkte vertreten also offiziell den Struve-Bogen, aber auch die übrigen erhaltenen Punkte werden nach den nationalen Vorschriften des jeweiligen Landes geschützt.

Der Struve-Bogen war die beachtlichste technisch-wissenschaftliche Leistung der damaligen Zeit. Noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt er als Musterbeispiel für die Triangulationsmessung. Im Juli 2005 wurde der Bogen in die Liste des Welterbes der UNESCO aufgenommen.

Aavasaksa – „Avasaksa“

Der Punkt von Aavasaksa – oder „Avasaksa“, wie die Geodäten damals sagten – wurde 1845 an der höchsten Stelle des Hügels Aavasaksanvaara vermessen. Die Kreuze, die zur Markierung des Punktes in den Felsgrund eingraviert wurden, befinden sich heute unterhalb des im Jahre 1969 erbauten Aussichtsturms.

Die Vermesser des Struve-Bogens haben ihre Arbeit genau dokumentiert. Von den Kreuzen ist eines das eigentliche Mittelpunktzeichen. Von hier aus wurden ein zweiter Punkt 2,4 damalige französische Fuß (0,77 Meter) nach Westen und ein dritter Punkt 3,2 französische Fuß (1,04 Meter) nach Osten markiert.

Die Geodäten haben Aavasaksa nicht seiner Naturschönheit wegen zum Vermessungspunkt gewählt, sondern aus praktischen Gründen: Von der Kuppe des Hügels aus gab es gute Sichtverbindungen zu den nächsten Punkten.

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